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Wird man mit ETFs auf europäischen Aktien jemals Geld verdienen können?

Wird man mit ETFs auf europäischen Aktien jemals Geld verdienen können?

Vorweg: der Titel klingt provokativ und Aktien liefen doch in den letzten Jahrzehnten sehr gut und überhaupt - langfristig in Value-Aktien investiert, kann man doch nur vorwärts machen?!
Aber hier die Fakten:
Nehmen wir den EURO STOXX 50 als Benchmark, der als führendes Börsenbarometer Europas gilt. Er setzt sich aus den 50 grössten börsennotierten Unternehmen des Euro-Währungsgebiets zusammen, wobei er von folgenden 10 Firmen angeführt wird:
- Total
- SAP
- Siemens
- Bayer
- LVMH
- BASF
- Allianz
- ASML
- Sanofi
- Banco Santander

Und hier das Chart des EURO STOXX 50:


Wie man unschwer erkennen kann ist der Index meilenweit von seinem Höchst aus dem Jahr 2000 entfernt. In den letzten Jahren beisst er sich sprichwörtlich die Zähne aus das Hoch von 2015 nochmals zu erreichen, das deutlich tiefer als das Hoch 2007 liegt, welches wiederum deutlich tiefer als das Hoch von 2000 liegt. Verglichen mit US-Aktien, welche von Hoch zu Hoch eilen, ein Trauerspiel und zur nachhaltigen Wertgenerierung nicht zu gebrauchen. Eigentlich Japan 1:1 um ein Jahrzehnt verschoben. Jetzt müsste man noch fairerweise die wesentlich höheren Dividenden der EU-Papiere im Vergleich zu US-Papieren mit einrechnen, die aber wiederum durch die Euroschwäche der letzten Jahre relativiert werden.

Im Vergleich dazu stehen die Schweizer SMI-Werte, die notabene auch seit 2007 keine neuen Höchststände erreicht haben, aber immerhin dreimal nahe dran waren, das letzte Mal vor ein paar Wochen, wie Genies da.

Warum die Schwäche europäischer Aktien? Nebst meinen eigenen Gedanken dazu habe ich mal durch die Runde gefragt und schlussendlich viele gute Antworten bekommen:

Ist der ETF "doof" und man wäre mit "Buy-and-Hold" besser gefahren?

Nein, keineswegs! Mit "Buy-and-Hold" wäre man massiv schlechter gefahren, wobei es natürlich vom individuellen Portfolio abhängig ist. Der Anteil der Finanzdienstleister im ESTX50 betrug im April 2007 noch ca. 40 %. Dieser ist im Februar 2019 nur noch bei ca. 18 %. Mit "Buy-and-Hold" hätte man diese "Looser" immer noch im Portfolio bzw. nicht auf neue, sehr erfolgreiche Firmen wie Anheuser-Busch, SAP oder Inditex umgeschichtet.

Liegt es an der Zusammensetzung?

Ganz gewiss ein gewichtiged Argument. Der Euro STOXX 50 wird dominiert von etablierten, Dividenden-starken Unternehmen. Das kann man gut an der Ausschüttungsrendite von ETFs auf diesen Index ablesen, meistens deutlich oberhalb von 3 Prozent. Das ist verglichen mit anderen, marktbreiten Indizes wie S&P 500 oder MSCI World ausgesprochen viel. Es geht schon in die Richtung von Dividenden-ETFs.
Gleichzeitig fehlen aber die dynamischen, Wachstums-orientierten Technologie-Unternehmen, die Amazons, Apples und Baidus dieser Welt.
Zudem darf man nicht vergessen, dass Frankreich massiv von einheimischen Konzernen geprägt ist. Sie machen fast 40 Prozent des Euro STOXX 50 aus.
Finanzwerte sind im Euro STOXX 50 aktuell nicht mehr dominant (siehe oben).

Wie weiter?

Mehrheitsmeinung ist, dass europäische Aktien ein ähnliches Schicksaal ereilen wird wie japanische. Ein Kollege bringt es auf den Punkt: würde diesen Index nur shorten.

Ja und jetzt?

Die allgemeine Ansicht "Aktiensparen" führt zum Glück ist eine unzulässige Vereinfachung, die wesentlich auch durch den unglaublichen Run von US-Aktien sich ableitet. Schaut man genau hin, ist die Performance den Tech-Titeln zu verdanken. Die "guten, alten" US-Konzerne haben sehr ähnliche Probleme wie die europäischen: als Aktionär von General Electric, IBM, viele Energiekonzerne, oder jetzt gerade CVS Pharmacy wurde man auch nicht wirklich glücklich. Und auf der anderen Seite gab es extrem erfolgreiche innovative europäische Firmen, die trotz oder weil sie in Europa daheim sind Erfolg haben: oben wurden einige genannt, die Konsumbranche im Allgemeinen von Adidas über LVMH, L'Oreal oder Luxottica ist sehr innovativ und stark, und auch einige jüngere Finanzunternehmen sehen sehr gut aus.
Das Investieren wird nochmals anspruchsvoller, aber spannender!


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