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Wie schlecht steht es um die Märkte? Und ist die jetzige Korrektur "the big one"?

Wie schlecht steht es um die Märkte? Und ist die jetzige Korrektur "the big one"?

Kurzum: sehr, sehr schlecht. Warum? Nun, niemand hat DIE Kristallkugel in der Hand, aber es passt einfach zu viel zum Bild einer längeren, schmerzvollen Korrektur. Was?

1. Die Diskrepanz zwischen US-Markt und "Rest der Welt" ist geschlossen.
Ich habe in diesem Jahr mehrmals betont, dass eine solche Diskrepanz in der jetzigen dermassen global vernetzten Welt keinen Sinn macht. Nun hat sich die Lücke geschlossen und zwar voll zum Negativen - die US-Märkte haben sich der international vorgegebenen Korrektur angeschlossen und nicht umgekehrt.

2. Volatilität
Verglichen mit dem jetzigen "Downtrend" ist die aktuelle Volatilität zu tief für einen Crash, d.h. die grossen Marktteilnehmer haben sich mit der aktuellen Situation abgefunden und decken sich nicht um jeden Preis mit Optionen ein. Historisch ist das ein gutes Zeichen, dass wir uns nicht mitten in einem Crash befinden, und ein schlechtes Zeichen für eine rasche, starke Gegenbewegung oder Trendumkehr.

3. Technische Analyse
Praktisch alle klassischen Muster ("Moving Averages", "Todeskreuz", Bruch langjähriger Trendlinien) zeigen: verkaufen. ABER (wichtig!): wir haben keinen historischen Vergleich in einem dermassen "Quant"-geprägten Markt!

4. Psychologie
Gute Einstiegspunkte, also unmittelbar bevorstehende Trendwenden, sind typischerweise Situationen, in denen der Markt überrumpelt wird (z.B. plötzliches Ereignis wie 9/11) oder "niemand" mehr an eine Trendwende glaubt (z.B. 2009). Für beides sehe ich keine Evidenz. Z.B. sagt eine Cash-Online-Umfrage von gestern: fast 50% wollen die Korrektur zum Zukauf nutzen.

5. Aktienrückkauf, Dividendenerhöhung bei fallenden Kursen
Facebook hat gerade einen solchen angekündigt, Credit Suisse hat offenbar ähnliches vor.

6. Makroökonomie
Die nun vieldiskutierte "inverse Zinskurve" ist nur bedingt als Gradmesser geeignet. Vor jeder Rezession gab es so ein Phänomen, aber nicht jedes hat zu einer Rezession geführt. Dass Aktienkurse aber Rezessionen vorwegnehmen und sich die grosse Mehrheit der Ökonomen stets bei der Prognose irrt, passt zur These "Bärenmarkt".

Nehmen wir nun mal an, wir sind schon im Bärenmarkt. Was ist diesmal anders?

1. Untypischer Start
Am "schönsten" wäre ein Ende des Bullenmarkts wie bei Bitcoin oder der .com-Blase. Riesen-Euphorie und dann quasi über Nacht totale Trendumkehr. Das passt diesmal gar nicht, deshalb ist aus meiner Sicht durchaus noch ein letzter Erholungsschlag möglich (z.B. Trump schliesst mit China "Frieden", Brexit und Italien "gelöst").

2. Inflation vs. Deflation
Sieht viel mehr nach 30er Jahren denn nach 80ern aus.

3. ETFs, Quants
Hier kann wohl niemand den konkreten Einfluss auf die Kurse quantifizieren. Vielleicht können wir diesen verdanken, ganz ohne Crash in einen Bärenmarkt gefallen zu sein.

4. Value vs. Growth - Aktien
Das ist meine persönliche, überhaupt nicht "mehrheitsfähige" Meinung: in der jetzigen disruptiven Zeit mit hoher Innovation und Monopolisierung im Technologiebereich schlage ich bei starken Korrekturen viel lieber bei einer hoch profitablen Technologieaktie zu als einer typischen Value-Aktie, die in den letzten Jahren trotz Aktienrückkaufprogrammen und hohen Dividenden, kaum an Wert vorwärts gemacht hat.

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