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10 Jahre Bullenmarkt: der Club wird immer exklusiver

10 Jahre Bullenmarkt: der Club wird immer exklusiver

10 Jahre Bullenmarkt, so wie wir ihn jetzt vorfinden, sind ein sehr seltenes Ereignis. Je nach Definition sogar ist dies sogar eine Premiere. Das könnte darauf schliessen lassen, dass jetzt ein baldiges Ende in Sicht ist. Doch Vorsicht: eine Börsenweisheit sagt “Märkte wiederholen sich nicht, sie reimen sich nur.” Das wiederum legt die Frage nahe: Was ist diesmal anders?

1. Die Asset-Verteilung
Aktien und Immobilien ausgenommen befinden sich praktisch alle Assetklassen in einem Bärenmarkt - viele sogar in einem trostlosen. Viele Soft-Commodities waren seit 10 Jahren nicht mehr so billig (und dies in absoluten Zahlen, nicht inflationsbasiert oder die beträchtlichen Roll-Over-Verluste miteinkalkuliert!), Gold und Edelmetalle kennen nur die Richtung Süden, Erdgas ist ein einziges Trauerspiel - genauso wie viele Schwellenländer und von “Frontier Markets” redet sowieso niemand mehr. Einziger Allzeitstar und immer noch willkommen im Club “10 Jahre Bullenmarkt” sind US-Aktien querbeet und US Dollar. Der Cryptomarkt ist kurz mal 60% eingebrochen und schon ist Funkstille. Jeder, der in den letzten 12 Monaten gekauft hat (und das sind weit über 50% der Bitcoin-Holder), ist im Minus.

2. Die geografische Verteilung
Aktien (und das wird gerne auch aus Marketing-Gründen verschwiegen) korrelieren historisch gesehen sehr stark zueinander und zwar auch über Branchen und geografische Märkte hinweg. Die Situation wie 2018 “US Top - alles andere Flop” ist extrem selten und die Wahrscheinlichkeit einer Angleichung in den nächsten 6 Monaten ist weit über 50%.

3. Negativzinsen
Wer Cash hortet , wird brutal bestraft - wer Schulden macht (z.B. via Hauskauf oder Aktienrückkaufprogramm) wird massiv belohnt.

4. Der Trump Faktor
Trump liebt den Aktienmarkt. Er braucht einen starken Aktienmarkt für die Mid Term Elections. Geht man nach den “Presidential Cycles” stehen uns sogar 12 prächtige Monate bevor. Jahr 3 im Zyklus ist mit Abstand das beste. Ironischerweise, so Phil Davis - unabhängiger Trader und Publizist, könnte - wenn sich die Geschichte nun wirklich wiederholen würde (Präsident Hover) ausgerechnet Trump (und vielleicht sogar “unverschuldet”) als DER Präsident eingehen, der umgeben von Korruptionsskandalen mitten in einer ökonomischen Katastrophe, die das Land nahe dem Abgrund bringt, mit einem Börsencrash in die Geschichte eingeht.

5. Volumen und Smart Money-Effekt
Bei den Kleinanlegern ist der Optimismus gross, das Gesamtvolumen an den Märkten ist aber recht gering. Wir sehen aber schon seit längerem, dass viel “Smart Money” wellenförmig den Markt verlässt oder in einzelne Titel oder Regionen short positioniert ist. Euphorie durch alle Reihen gab es praktisch seit 2009 nicht mehr.

Insgesamt sollten uns also sehr spannenden Monate und Jahre bevorstehen. Ein Kollege von mir sagt zur Zeit wieder öfters als auch schon “be cautious out there”. Oder frei nach Nassim Thaleb: Der Dummkopf findet sich gut aufgehoben, wenn er nicht alleine im Kino sitzt, der Schlaue, wenn er nah genug an der Ausgangstür sitzt. Und Märkte sind wie Kino: mehr Leute sind bei Massenpanik gestorben als durch Feuer.

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