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7 Feststellungen zu den Märkten 2018

Wenn plötzlich nichts mehr ist, wie es wahr

Wenn Sie - so wie ich - die typischen Finanzmedien verfolgen, wird Ihnen auch schon aufgefallen sein, dass die positiven Empfehlungen immer seltener werden, die euphorischen Stimmen ausbleiben, aber auch die Untergangspropheten noch nicht voll auf Touren gekommen sind. Während letztes Jahr bei jedem kleinen Taucher, irgendein Analyst z.B. die Nestle-Aktie empfohlen hat (siehe mein Artikel vom August 2017), sind jetzt bei über 10% Kurseinbruch die Empfehlungen rar geworden.
Korrekturen wie in den letzten Monaten sind nichts Besonderes und dennoch ist einiges anders.

1. Marktcharakteristik
Intraday werden Erholungen und "Good News" zum Verkaufen genutzt. Die so eben angelaufenen Quartalsberichte fallen der allgemeinen sehr guten Weltkonjunktur entsprechend sehr gut und sogar besser als angenommen aus, die betroffenen Aktien reagieren aber trotzdem negativ (Bsp. UBS oder Goldman Sachs oder selbst ein Börsenliebling wie Netflix).

2. Volatilität
Die im Februar explodierende Volatilität ist mit der Markterholung zurückgegangen aber nun haben die Aktienpreise wieder korrigiert, die Volatilität ist aber nicht markant angestiegen - ein mögliches Zeichen, dass sich der "Markt" mit sinkenden Preisen abgefunden hat und diese nicht um jeden Preis verteidigen will.

3. Zinskurve
Stichwort "Flattening Yield Curve" - in allen Fachmedien jetzt überpräsent. Interpretation: der Markt findet die von den Nationalbanken vorgegebenen Zinsniveaus nicht mehr "OK". Das letzte Mal hatten wir eine ähnliche Konstellation 2007! (Die vielen makro-ökonomischen Interpretationen überlasse ich lieber anderen Experten wie (nicht ironisch gemeint!) ip-Lesern und Schreibern der "Marc Meyer"-Fraktion - Kommentare sehr willkommen!)

4. Algo-Trading
Man kann schön beobachten, wie traditionelle Investoren, Portfoliomanager und Robo Advisers
von Quants richtig ausgenommen werden. Nahe von starken Support- oder Trendlinien (z.B. 200-Tagesdurchschnitte) werden "Bear oder Bullen Traps" eingebaut, die zum kaufen oder verkaufen "animieren" sollen und dann wird der Gegentrend eingeleitet (schönes Beispiel: Gold oder Silber in den letzten Tagen).

5. Globale Diversifizierung
Die Korrelation unter den globalen Märkten nimmt fortlaufend zu - USA ist nach wie vor der Kurstreiber.

6. Grenzen des Klassisches Portfolio-Management
Allen Kritiken zum Trotz hat sich in den letzten Jahrzehnten das klassisches Portfolio-Management - also ein Mix aus Aktien, Bonds, Edelmetallen und Immobilien - durchaus bewehrt (siehe z.B. Studie Meb Faber) und wird durch Passivinvestment und hunderte Robo Advise Applikationen umgesetzt. ABER: In den letzten 18 Monaten und ganz speziell in den letzten 3 Monaten haben wir gesehen, dass Bonds und Edelmetalle (oder der Schweizer Franken!!) nicht mehr negativ zu Aktien korrelieren, sondern "mit in den Sumpf gezogen werden". Sollte sich dieser Trend verfestigen, wären die Folgen schlichtweg fatal! Ironischerweise: wenn es eine unkorrelierte Assetklasse gibt, dann ist das zur Zeit Bitcoin!

7. Wir stehen nach wie vor in einem Warteraum
Seit ich den letzten Artikel geschrieben hat, sind wieder gut 2 Wochen vergangen: die Erholung hat immer noch nicht eingesetzt - und einige Value Aktien kamen richtig unter die Räder (z.B. Tabak- und Konsumgüteraktien: Philip Morris, Altria, Procter & Gamble). Alles keine guten Zeichen, aber würden die Nationalbanken überhaupt einen "Totalabsturz" zu lassen???

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