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XIV - Pleite: Are you kidding me?

Ein kurzer Market-Update

Wir kennen ja alle inside paradeplatz als überaus kritische Berichterstattung mit oftmals überdramatisierter Darstellung, insbesondere gegenüber den Grossbanken. Wenn es aber einen Artikel gab, in dem die CS viel zu gut weg kam, dann der vom Dienstag: "CS-Produkt: 500 Millionen Taucher".

Es geht um den ETF (eigentlich ETN) mit dem Kürzel XIV. Einmal mehr (quer durch!) überhäuften uns die Finanzmedien mit kryptischen Begriffen, ohne die eigentlich einfachen Grundlagen zu erklären. Um meinen zeitlichen Rahmen nicht zu sprengen, habe erstmals ein Video aufgezeichnet, die durch ein paar Charts geht und bewusst einfache Erklärungen gibt, die eigentlich jeder verstehen sollte.

Um was geht es?
Volatilität - eine Kennzahl, manche bezeichnen sie als eigene Asset Class, die die Unsicherheit im Markt misst. Die wichtigste Kennzahl ist der VIX-Index.

Kann man darin investieren?
Ja, über VIX Futures, Optionen und einige spezielle ETFs, wie eben den "ominösen" XIV.

Wie funktioniert es?
Siehe Video.

War der Crash mit dem Totalverlust (exkl. Liquidationswert) vorhersehbar?
Ja, seit August 2017 eigentlich mehr eine Frage von wann und wie stark als ob (siehe Video).

Wer hat das so gesehen?
Z.B. Morgan Stanley und Interactive Brokers (die grösste "Electronic Brokerage"-Firma der Welt). Letztere haben ab August einerseits die Konditionen für diese Produkte, aller voran XIV (Credit Suisse) und SVXY (Proshares) so ungünstig gemacht, dass jeder, der rechnen kann, die Finger davon lässt, und andererseits die Schlinge (sprich Margin Requirements) für den Kunden so eng gemacht, dass keiner auch nur theoretisch wegen diesen Produkten pleite gehen kann. Zerohedge hat letzten Sommer einen guten Überblick gegeben: https://www.zerohedge.com/news/2017-08-05/interactive-brokers-raises-vol-product-margins-anticipation-vix-shock

Haben das alle so gesehen?
Nein, hier eine Einschätzung eines US-Portfoliomanager im Sommer 2017: "You can keep SVXY as a long term holding. It really has no way but to go up because of the term structure of the VIX futures contract. It can tank but ultimately it will rebound (unless something fundamentally changes in human nature)".
Was man hier schön sieht: er weiss nicht, wovon er redet. "The term structure of the VIX futures contract" ist eine vollkommen nichts aussagende Floskel. Korrekt wäre gewesen: solange es keine (knappe) Verdoppelung (80%) des VIX Intraday oder/und extreme Verschiebung von Contango zu Backwardation gibt.

Warum sind die Produkte so riskant geworden?
Auf den Punkte gebracht: wenn sich die Volatilität innerhalb eines Tages verdoppelt, fällt der Wert des EFTs auf Null. Ausgangsvolatilität = 0 -> Risiko auf einen plötzlichen Spike riesengross; Ausgangsvolatilität sehr, sehr hoch: Risiko sehr klein.

Warum investiert die CS selbst in diesen ETF?
Falls die Fakten das bestätigen: vollkommen schleierhaft, um nicht zu sagen strohdumm (oder wir alle verstehen was nicht). Noch dazu bräuchten sie als Profi den ETF gar nicht sondern könnten direkt in die Futures investieren.

Was kann man als Investor daraus lernen?
Märkte sind sehr effizient. Es gibt keine Anlagevehikel mit hoher Rendite, die eine Einbahnstrasse sind. Nicht in Produkte investieren, die man nicht versteht, oder in deren Manager man kein persönliches Vertrauen hat.

Nächste mögliche "Schwarze Schwäne"?
Mini Futures und Shortprodukte auf Bitcoin.

Hier der Link zum Video.









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