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Ausblick 2017: die grosse Party?

Einer meiner Freunde, ein Vermögensverwalter schweiz-amerikanischer Family Offices mit sehenswerter Langzeit-Performance, schreibt wöchentlich an seine Kunden eine kurze Markteinschätzung. Er macht dies im Wesentlichen, um gezungen zu sein, seine nicht-quantitativen Aspekte (die würde ohnehin niemand verstehen) kurz und strukturiert zu Papier zu bringen. Meistens folgt nach einer kurzen Einleitung ein Statement der Art "As always, I have no idea what this year will bring, but my guess is .." und erklärt dann Hauptthesen und mit welchen Finanz-Instrumenten er vorgeht, um den Schaden zu begrenzen bzw. auch Geld zu verdienen, wenn er unrecht hat. Genau darum geht es im zeitgemässen Portfolio-Management.

Folgt man den meisten Kommentatoren in den Finanzmedien erwartet uns dank Trump und Erholung der weltweiten Konjunktur ein gutes Börsenjahr. Dem gegenüber steht die Positionierung der meisten "Prop Trading Manager", zu denen ich im Kontakt stehe: sie haben in den letzten Wochen billige Short-Positionen aufgebaut. Fakt ist, dass die Märkte im Allgemeinen und die US im Speziellen historisch sehr teuer sind. Das P/E Ratio S&P 500 ist nun bei 26.2 so hoch wie seit 2009 nicht mehr. Der Shiller P/E, welcher einen rollenden 10jährigen Durchschnitt verwendet, ist auf einem 15Jahres-Hoch. Die US-Zinsen sind tief, aber nun 1.25% gestiegen (10jährige Treasuries) und Tendenz aufwärts (evtl. sehr moderat aber nicht abwärts).
Eingepreist sind ungefähr 10% Gewinnwachstum der Unternehmen gegenüber den hohen Gewinnen im letzten Jahr.
Der wichtigste Kurzzeitgratmesser der Volatility Index VIX ist bei 11, d.h. der Markt ist zur Zeit "furchtlos" oder erwartet keine Gewitter.

Historisch gesehen sind dies sehr schwierige Zeitpunkte zum Anlegen. Wer nicht im Aktienmarkt investiert ist, könnte einen durch die Finanzmedien, Nationalbanken und Politik gepushten letzten Zyklus im Bullenmarkt verpassen. Andererseits war es für langfristig orientierte Anleger nie eine gute Idee einem Bullenmarkt nachzurennen, der dann schlagartig 20% und mehr korrigiert. Unterdessen könnte man schön langsam Goldbestände aufbauen und Dollarbestände abbauen.

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