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11. August 2016: der totale Marktstillstand

Nirgendwo konnte ich in den letzten Tagen in den Finanzmedien über eines der folgenden Phänomene lesen, welches in Traderkreisen zur Zeit für Unruhe sorgt:
(1) Noch nie war das für viele Berechnungen so wichtige "Implizite Volatilitäts-Ranking" für Aktien, Bonds, Gold und Öl gleichzeitig Nahe Null. D.h. vereinfacht ausgedrückt, es werden weder Wetten nach oben oder unten abgeschlossen noch Absicherungen getätigt.
(2) Goldman Sachs hat in einer jüngsten Studie vorgerechnet, dass die Bewertungen des S&P 500 am historischen Maximum kratzen und zwar bzgl. der meisten Bewertungskritieren (P/E, P/B, EV/EBITDA, EV/Sales). Sie sind nur durch die Nullzinspolitik gerechtfertigt.
(3) Die Mehrheit der Wallstreet-Analysten sagen in einer jüngsten Umfrage bis Jahresende einen Dow-Jones-Index von 20'000+ voraus (z.Z. 18'600). Die geringen Volumen an der Börse sagen aber, dass niemand wirklich zulangt.

Historisch gesehen dauern "Null-Volatitätsphasen" wie die der jetzigen Woche nur sehr kurz (d.h. max. ein paar weitere Wochen). Sie sind sehr ungünstige Einstiegszeitpunkte, denn die Gefahr ist überdurchschnittlich gross, dass man für wenig Aufwärtspotential viel Abwärtspotential riskiert. Und "Short-Seller" steigen nicht ein, da Ihnen schlicht die Gegenparteien und Hedgingmöglichkeiten fehlen (s. (1)). Es ist faszinierend zu sehen, wie nun die Players in Neben-Nebenprodukte ausweichen wie Sojabohnen, Mais oder Australische/Kanadische Pfund - überall sonst ist "Tote Hose".

In diesem Sinne: geniessen Sie noch Ihre Ferien!

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